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Thema: Zeus - Golden Retriever - aus Zucht entlassen

  1. #1
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    Favorite Zeus - Golden Retriever - aus Zucht entlassen



    Die Rechte an den Bildern/Videodateien in diesem Tagebuch liegen bei Retriever in Not e.V.


    Information über den Hund:
    Name: Zeus
    Rasse:
    Golden Retriever
    Geschlecht:
    Rüde
    Alter:
    5,1 Jahre
    Kastriert/Sterilisiert: ja

    Tierärztliche Grundversorgung:
    geimpft
    gechipt
    EU Pass
    Wurmkur, Flohprophylaxe
    Im Krankheitsfall wurde der Hund tierärztlich versorgt

    Postleitzahl der Pflegestelle:
    PLZ: 35037

    Kontakt:
    Bitte füllen Sie bei Interesse unverbindlich den Bewerbungsbogen für diesen Notfall aus. Sie finden ihn auf unserer Webseite:
    Startseite | Retriever in Not - liberty for dogs
    Könnten Sie sich vorstellen für einen anderen Notfall Pflegestelle zu werden?

    Wenn Sie sich dafür interessieren, lesen Sie sich bitte zunächst in Ruhe unsere Infoseite zum Thema Pflegestellen durch.
    Hier informieren wir Sie über die Aufgaben und Anforderungen, die wir von Ihnen als Pflegestelle erwarten.
    Wenn Sie sich entschieden haben, Pflegefamilie für einen Hund zu werden, füllen Sie bitte unser Bewerbungsformular für Pflegestellen aus.

    Infoseite << klick hier >> Bewerbungsbogen
    .................................................. ............

    So läuft unsere Vermittlung ab
    Uns ist es wichtig zu wissen, wohin unsere Schützlinge ziehen dürfen,
    deshalb findet vor jeder Vermittlung ein Kontaktbesuch bei Ihnen zu Hause statt.
    Dabei lernen wir uns kennen und Sie haben die Möglichkeit noch offene Fragen in einem persönlichen Gespräch zu klären.
    Verläuft dieser Termin positiv, können Sie nach Absprache den Hund in seiner Pflegestelle besuchen.
    Wenn die Chemie stimmt, steht einer Adoption nichts mehr im Wege.
    Sie unterzeichnen erst jetzt unseren Tierschutzvertrag und eine solidarische Tierschutzgebühr wird fällig,
    die es uns ermöglicht, mit unserer Arbeit weiterhin Hunden in Not zu helfen.
    Falls der Hund noch nicht kastriert/sterilisiert sein sollte, gibt es zum Wohl des Tieres eine entsprechende Kastrationsauflage,
    um weiteres Tierleid zu vermeiden.

    Hinweis zu Mittelmeerkrankheiten falls Ihr Hund aus dem Ausland kommt:
    Trotz aller Vorsorgemaßnahmen kann sich das Tier kurz vor der Ausreise mit landestypischen Krankheiten infizieren.
    Deshalb empfehlen wir, den Hund etwa 6 Monate nach Ankunft auf Mittelmeerkrankheiten testen zu lassen, vorher ist ein Test nicht zuverlässig.
    Sprechen Sie mit ihrem Tierarzt über eine vorbeugende Behandlung mit z.B. Advocate.

    Gesundheit & Verantwortung
    Unsere Hunde sind geimpft, gechippt, entwurmt und ggf. auch kastriert/sterilisiert.
    Tierschutzhunde sind gesundheitliche und genetische Überraschungspakete und tragen oft die Spuren ihrer Vergangenheit.
    Sollten uns Krankheiten bzw. Auffälligkeiten bekannt sein, geben wir Ihnen im Vorfeld Auskunft darüber.
    Hunde im Tierschutz kommen oft aus schlechter Haltung oder verantwortungsloser Zucht.
    Sie sind keine perfekten Wesen, sondern einzigartige Seelen mit Geschichte.
    Ein gerettetes Herz braucht manchmal etwas mehr Pflege - planen Sie bitte mögliche Tierarztkosten mit ein

  2. #2
    TEAM Forumsleitung
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    Standard

    Profil:





    Wir können nach einer Vermittlung, keine Gewähr auf das Verhalten des Hundes geben. Die Beschreibung zeigt nur das Verhalten in der Pflegezeit!

  3. #3
    Avatar von Pflegestelle
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    Standard Tag 1 – Sonntag, 19. April 2026 (inklusive Ankunft am Samstagabend)

    Hallo Tagebuch,

    mein neues Leben begann eigentlich schon gestern Abend.

    Nach einer sehr langen Fahrt im Transporter aus Ungarn kam ich endlich in Deutschland an. Ich war völlig erschöpft. Mein Fell war nass, mein Körper angespannt, ich zitterte wie Espenlaub und wusste überhaupt nicht mehr, was jetzt passieren würde.

    Dann wurde ich einer Frau übergeben. Sie heißt Stella.

    Ich kannte sie natürlich nicht. Aber sie war ruhig. Nicht hektisch, nicht laut, nicht aufdringlich. Das fiel mir sofort auf.

    Danach sollte ich in ihr Auto steigen. Das fand ich erstmal fragwürdig. Also hob sie mich sanft auf die Rückbank. Dort gab es Snacks, die ich vorsichtshalber angenommen habe. Man weiß ja nie.

    Dann fuhren wir noch ungefähr eine Stunde weiter.

    Als wir ankamen, wartete direkt die nächste Herausforderung:

    eine Haustür.

    Man muss dazu wissen: Ich kenne offenbar vieles nicht, was für andere Hunde selbstverständlich ist. Häuser. Türen. Innenräume. Wände. Aufzüge. Spiegel. Vielleicht dieses ganze Menschenleben überhaupt.

    Durch die Tür wollte ich erstmal nicht. Nach etwas geduldiger Hilfe habe ich mich dann hineingetraut.

    Dann kam der Aufzug.

    Und darin war ein Spiegel.

    Ich möchte festhalten, dass ich bis heute nicht sicher weiß, wer dieser andere Golden Retriever im Aufzug war, der exakt dasselbe machte wie ich. Ich habe die Situation gründlich untersucht.

    In der Wohnung warteten dann noch mehr Spiegel. Hochgradig verdächtig.

    Später gingen wir noch eine kleine Runde nach draußen. Danach fiel ich praktisch um vor Müdigkeit und schlief auf dem Boden. Nicht auf dem Kissen. Nicht auf dem Sofa. Nicht im Bett. Boden verstehe ich. Boden ist sicher.



    Heute war mein erster richtiger Tag hier.

    Ich war immer noch sehr müde. Der gestrige Stress hing mir komplett in den Knochen. Also habe ich viel geschlafen.

    Aber ich begann langsam zu merken:

    Hier passiert nichts Schlimmes.

    Stella machte keinen Druck. Kein Stress. Kein „Jetzt sei mal fröhlich“. Sie ließ mich einfach ankommen. Sie las viel, schaute ruhig etwas auf dem Bildschirm und ließ mich in Ruhe.

    Was ich allerdings tat:

    Ich blieb immer bei ihr.

    Wenn sie aufstand, stand ich auf.
    Wenn sie ging, ging ich mit.
    Wenn sie auf den Balkon ging, war ich gefühlt schon vor ihr an der Tür.

    Draußen auf dem Balkon legte ich mich gern unter ihre Beine. Das fühlte sich überraschend sicher an.

    Wir gingen mehrfach kurz raus. Immer dieselbe ruhige Runde. Das half mir sehr.

    Draußen ist vieles leichter als drinnen. Dort gibt es Gras, Luft, Gerüche und Informationen. Ich habe sehr intensiv geschnüffelt. Jeder Halm scheint hier eine Geschichte zu erzählen.

    Zunächst hielt ich meine Körperfunktionen noch streng unter Kontrolle. Doch irgendwann geschah etwas Bedeutendes:

    Ich habe endlich sehr viel Pipi gemacht.

    Und mit viel meine ich: beeindruckend viel. Offenbar hatte ich beschlossen, meine Blase bis zur emotionalen Stabilisierung geschlossen zu halten.

    Außerdem habe ich heute endlich richtig getrunken.

    Später gingen wir sogar noch einmal zum Ufercafé. Stella trank etwas, ich beobachtete die Lage und setzte mich vorsichtshalber immer wieder zwischen ihre Beine. Das ist momentan mein bevorzugtes Sicherheitskonzept.

    Alles war neu. Alles war aufregend. Aber ich habe es tapfer gemacht.

    Zwischendurch ließ Stella mich sogar kurz alleine, weil sie etwas am Auto erledigen musste. Ich überstand auch das.

    Und dann passierte am Abend noch etwas Wichtiges:

    Ich habe zum ersten Mal gegessen.

    Nicht sofort. Nicht hektisch. Aber irgendwann war klar: Vielleicht muss man hier nicht dauerhaft wachsam bleiben.

    Was man über mich wissen sollte:

    Ich bin noch sehr unsicher. Wenn ich etwas höre, ducke ich mich sofort. Wenn sich jemand bewegt, erschrecke ich leicht. Ich mache mich klein, zeige meinen Bauch und versuche friedlich zu wirken.

    Ich bin kein lauter Hund. Kein stürmischer Hund. Kein fordernder Hund.

    Eher ein stiller, sanfter Hund, der gerade versucht zu verstehen, wie diese Welt funktioniert.

    Jetzt liege ich wieder auf dem Boden und schlafe. Stella ist da. Es ist ruhig.

    Und ich glaube, ich habe heute etwas gelernt:

    Diese Frau geht manchmal weg und kommt wieder.
    Man geht hier raus und kommt wieder rein.
    Es gibt Wasser.
    Es gibt Essen.
    Niemand schreit.
    Niemand verlangt etwas.

    Für Tag 1 reicht das völlig.

    Ich bin noch nicht angekommen.

    Aber ich bin vielleicht auf dem Weg dorthin.

    – Zeus 🐾

  4. #4
    Avatar von Pflegestelle
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    Standard Tag 2 – 20.04.2026 Ein großer Tag für mich

    Liebes Tagebuch,

    heute war ein großer Tag für mich. Der Morgen begann wie gewohnt mit unserer Runde draußen. Danach musste Stella kurz weg zu einem Termin. Weil sie noch nicht wusste, wie ich mich länger alleine fühle, kam ihre Freundin Ana zu Besuch und blieb zwei Stunden bei mir.

    Das war eigentlich ganz gut. Ich habe schnell gemerkt: Hauptsache, ein Mensch ist da. Dann ist vieles weniger schlimm. Ana hat in der Wohnung gearbeitet, ich habe auf alles aufgepasst und mich immer wieder an ihr orientiert. Ich habe sogar gefressen und getrunken, was schon einiges heißt.

    Als Stella wiederkam, ging das Abenteuer direkt weiter: Wir sind zusammen in ein Café gegangen. Ja, wirklich. Mit Menschen. Mit Geräuschen. Mit Bewegung. Mit allem. Das war natürlich aufregend für mich, aber ich habe eine hervorragende Strategie entwickelt: Ich setze mich einfach zwischen Stellas Beine. Dort ist mein sicherer Ort. Von dort aus kann ich alles beobachten, ohne selbst groß mitmachen zu müssen. Irgendwann habe ich mich sogar eingekuschelt hingelegt.

    Langsam merke ich auch, dass hier viele Geräusche zwar seltsam, aber offenbar harmlos sind. Türen gehen zu, Stella redet viel, irgendwo klappert etwas, draußen passiert ständig irgendwas – aber ich muss nicht jedes Mal erschrecken. Ich zucke schon weniger zusammen als noch gestern.

    Heute Nachmittag gab es dann einen weiteren Meilenstein: mein erstes großes Geschäft draußen. Ich denke, darüber darf man in einem ordentlichen Tagebuch sprechen.

    Außerdem nehme ich inzwischen Leckerchen von Stella an. Vertrauen wächst offenbar in kleinen Happen.

    Und dann kam leider noch der Teil des Tages, über den ich nur ungern spreche: die Dusche. Offenbar war mein Duft nicht mehr gesellschaftsfähig. Ich fand das Ganze zunächst fragwürdig, wurde dann aber einfach hineingehoben. Stella ist sogar mit in die Dusche gestiegen. Ich habe beschlossen, alles still und würdevoll über mich ergehen zu lassen. Keine Gegenwehr, keine Flucht, nur inneres Leiden. Danach wurde ich mit einem Handtuch trocken gekuschelt, was den Vorgang deutlich verbessert hat.

    Jetzt bin ich sauberer, müder und ein kleines bisschen mutiger als gestern.

    — Zeus 🐾

  5. #5
    Avatar von Pflegestelle
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  6. #6
    Avatar von Pflegestelle
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  7. #7
    Avatar von Pflegestelle
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  8. #8
    Avatar von Pflegestelle
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  9. #9
    Avatar von Pflegestelle
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    Standard Tag 3 – 21.04.2026 – Frühlingshalsband und erste Freiheit

    Liebes Tagebuch,

    heute begann der Tag ruhig und ordentlich. Stella und ich machten morgens unsere Runde, und ich erledigte draußen ganz selbstverständlich meine großen und kleinen Geschäfte. Ich habe offenbar sehr klar verstanden, dass man solche Dinge draußen auf der Wiese regelt und nicht in der Wohnung. Bis heute habe ich kein einziges Mal in die Wohnung gemacht. Stella scheint darüber ausgesprochen erfreut zu sein. Ich nehme das als höflichen Erfolg.

    Später musste Stella für eine Weile weg. Natürlich machte ich zunächst einen kleinen Kontrollgang durch die Wohnung. Man muss schließlich prüfen, ob alles noch an seinem Platz ist. Nachdem ich festgestellt hatte, dass die Lage stabil ist, legte ich mich auf mein Kissen und ruhte dort entspannt.

    Dieses Kissen ist inzwischen eine meiner besseren Entdeckungen. Anfangs wusste ich wohl nicht, dass es wirklich für mich gedacht ist. Jetzt weiß ich es – und nutze es mit Würde und Begeisterung.

    Als Stella zurückkam, brachte sie Geschenke mit: eine neue Fellbürste und ein neues Halsband mit schönen Frühlingsmustern. Ich kann bestätigen: Es steht mir ausgezeichnet. Man könnte sagen, ich sehe nun aus wie ein sehr stilvoller Herr mit Saisonbewusstsein.

    Danach gingen wir wieder hinaus und setzten uns ins Café. Stella übt mit mir offenbar das Stadtleben: Menschen, Geräusche, Bewegung, Alltag. Ich mache das inzwischen schon ziemlich gut. Manchmal erschrecke ich mich noch kurz, aber ich beruhige mich schneller als früher und bleibe ruhig bei Stella. In ihrer Nähe scheint vieles einfacher zu sein.

    Wir begegneten auch mehreren anderen Hunden. Ich blieb höflich und vorsichtig. Ein wenig schnuppern aus der Nähe ist in Ordnung, aber wilde gesellschaftliche Kontakte sind derzeit noch nicht mein Stil. Interesse ist da – ich gehe neugierig hin –, doch ich wähle meine Begegnungen mit Bedacht.

    Der schönste Teil des Tages kam später auf der Wiese. Stella nahm mich an die lange Leine, und wir lagen gemeinsam im Gras. Obwohl ich mich hätte weiter entfernen können, blieb ich die meiste Zeit freiwillig bei ihr. Zwischendurch stand ich auf, schnüffelte ein wenig herum und erkundete vorsichtig die Umgebung.

    Und dann geschah etwas Besonderes: Ich ließ endlich los.

    Ich warf mich ins Gras, wälzte mich ausgiebig über die Wiese und vergaß für einen Moment, ständig auf alles achten zu müssen. Kein Grübeln über Sicherheit, keine dauernde Spannung – einfach rollen, genießen, Hund sein. Stella hat sich darüber sehr gefreut. Ich ehrlich gesagt auch.

    Abends gingen wir noch einmal ruhig hinaus, erledigten alles Nötige und kehrten entspannt heim.

    Vielleicht wird diese Welt langsam weniger fremd. Vielleicht darf man hier wirklich sicher sein.

    — Zeus 🐾

  10. #10
    Avatar von Pflegestelle
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    Standard Tag 5 – 22.04.2026 Kleine Schritte Richtung Vertrauen

    Liebes Tagebuch,

    heute war ein ruhiger Tag. Kein großes Abenteuer, keine riesigen Ereignisse – aber irgendwie fühlt sich genau das gerade wichtig an. So langsam kommt Routine in mein neues Leben, und ich glaube, das hilft mir sehr.

    Als Stella heute Morgen wach wurde und mich angesprochen hat, habe ich mich gefreut. Natürlich noch immer auf meine vorsichtige Art. Ich bin weiterhin geduckt, zurückhaltend und beobachte alles ganz genau. Aber ich merke selbst, dass ich sofort auf sie achte, wenn sie wach ist. Das gibt mir Orientierung.

    Mein Kissen ist inzwischen mein fester Platz geworden. Dort schlafe ich, dort ruhe ich mich aus, und wenn ich unsicher bin, gehe ich dorthin zurück. Es ist meine kleine sichere Zone. Wenn mir etwas zu viel wird oder ich nicht genau weiß, was ich tun soll, ist das Kissen gerade mein Anker.

    Wir waren heute wieder viel draußen unterwegs. Zweimal auf der Wiese und einmal im Café. Das ist alles noch immer ziemlich aufregend für mich, aber ich mache mit. Auf der Wiese habe ich Menschen beobachtet – lieber vorsichtig als mutig. Wenn ich mich unwohl fühle, verstecke ich mich gerne hinter anderen Menschen. Das klappt erstaunlich gut. Hauptsache, jemand steht zwischen mir und allem, was komisch sein könnte. Am schönsten war es, als Stella mit mir zusammen auf der Wiese lag und mich gekuschelt und gekrault hat. Da konnte ich richtig entspannen.

    Mit der langen Leine habe ich weiterhin eine etwas komplizierte Beziehung. Ich glaube, ich verstehe noch nicht ganz, warum man sich entfernt und dann plötzlich merkt, dass da etwas fest ist. Wenn ich das bemerke, werde ich manchmal unsicher. Dann lege ich mich lieber hin und warte, bis Stella zu mir kommt und mich abholt. Das fühlt sich sicherer an.

    Dass ich draußen oft so brav bei Fuß laufe, liegt wahrscheinlich nicht daran, dass ich ein perfekter Gentleman bin, sondern eher daran, dass ich mich sehr an Stella orientiere und noch viel Respekt vor der Welt habe.

    Zwischendurch war Stella auch weg, und das habe ich gut ausgehalten. Auch das ist wohl ein kleiner Fortschritt.

    Heute gab es keine großen Heldentaten. Aber viele kleine normale Momente. Und ich glaube langsam, dass genau daraus Vertrauen entsteht.

    – Zeus 🐾

  11. #11
    Avatar von Pflegestelle
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  12. #12
    Avatar von Pflegestelle
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    Standard Tag 6 – 23.04.2026 – Mut zwischen Wäschebergen

    Liebes Tagebuch,

    heute war wieder ein guter Tag voller kleiner Dinge, die für mich eigentlich ziemlich groß sind. Langsam kommt Routine in mein neues Leben, und das hilft mir sehr.

    Stella und ich waren wie gewohnt draußen unterwegs. Alles war entspannt, ruhig und verlässlich. Genau das brauche ich gerade.

    Dann war großer Waschtag. Stella ist viel raus- und reingelaufen, hat Wäsche getragen, aufgehängt und überall Dinge bewegt. Für mich war das erstmal etwas dubios, weil ich natürlich immer wieder kontrollieren musste, ob sie auch wirklich zurückkommt. Aber ich merke: Solange ich hinter ihr stehen, sie beobachten und begleiten kann, ist alles in Ordnung. Dann bin ich mutig.

    Der Staubsauger war allerdings eher fragwürdig. Ich habe mich vorsichtshalber erstmal auf mein Kissen zurückgezogen und bin später kurz auf den Balkon ausgewichen. Man muss ja nicht jeden Unsinn unterstützen.

    Wir waren außerdem wieder im Café. Dort war ich sehr ruhig und brav. Ich traue mich langsam ein kleines bisschen mehr, aber wenn mir etwas zu viel wird, verstecke ich mich noch gern hinter Menschen. Sicherheit ist Sicherheit.

    Später traf Stella noch Freunde, und wir blieben eine Weile dort. Ich lief zunächst etwas hin und her, weil ich erstmal alles einschätzen musste. Nach einiger Zeit konnte ich mich aber hinter Stella ablegen und entspannen.

    Am Abend kam dann etwas Neues: Stella ließ mich länger alleine. Das war früher bestimmt schwer für mich, aber ich habe es richtig gut gemacht. Sie kam zwischendurch sogar einmal kurz nach Hause, sagte Hallo und zeigte mir damit, dass sie immer wiederkommt. Das hat mir sehr geholfen. Ich war brav, ruhig und habe das toll gemeistert.

    Und dann noch etwas Wichtiges: Ich bin offenbar eine kleine Kuschelmaus. Wenn ich mich sicher fühle, komme ich sogar mit ins Bett, lasse mich kraulen und genieße das sehr. Wenn Stella aufhört, schaue ich sie an oder rücke näher heran. Menschen brauchen manchmal klare Hinweise. Dabei kann ich mich schon erstaunlich gut fallen lassen.

    Vielleicht war heute einfach ein Tag voller stiller Fortschritte.

    – Zeus 🐾

  13. #13
    Avatar von Pflegestelle
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