Liebes Tagebuch,
kannst du dir vorstellen, dass mein Einzug hier erst letzte Woche war? Es kommt mir vor, als wäre es eine halbe Ewigkeit her, weil sich in meinem kleinen Sheltie-Herzen in den letzten Tagen so unfassbar viel verändert hat.
Als ich ankam, kannte ich quasi gar nichts und hatte zu Beginn verständlicherweise ziemliche Angst vor dieser neuen, großen Welt. Aber Angst? Das ist hier mittlerweile fast ein Fremdwort!
Vor allem Flocke, unsere andere Pflegehündin, hat einen riesigen Anteil daran. Sie spielt so gern den Clown, hat mir meine Unsicherheit genommen und mir gezeigt, wie schön das Leben hier ist.
Mittlerweile tobe ich vergnügt durch den Garten, liebe es zu apportieren und genieße nichts mehr, als ganz nah bei meinen Menschen zu sein.
Ich kann auch alle um den Finger wickeln. Wenn Pflegemama mal schimpft, gehe ich schnell ins Körbchen, suche das beste Spielzeug aus und lege es ihr vor die Füße. Sie kann dann garnicht mehr böse sein. Und wisst ihr was besonders gut funktioniert?
Wenn man einfach schwanzwedelnd zu den Menschen geht, sie ansieht und sie dann drückt.
Das mache ich so gern weil dann immer alle so verliebt und gut gelaunt sind.
Pflegemama sagt, ich hätte eine unglaublich schöne Mähne, jetzt wo das Fell gepflegt wird, na dann muss ich sie mal kräftig aufschütteeln so wie Pflegemama das auch macht. Oder?
Ich merke, wie schnell ich mich binde und wie tief diese Verbindung zu meiner Bezugsperson schon ist – ich bin eben ein sehr treuer und sensibler junger Rüde.
Meine Pflegeeltern sagen, ich sei unglaublich schlau. Ich habe bereits die ersten Kommandos gelernt und zeige das auch gerne.
Ich verstehe jetzt, das man nur Spielzeug anknabbert.
An der Leine laufe ich schon wie auf einer Show: immer im perfekten Blickkontakt und ganz nah bei Fuß! Auch mit anderen Tieren verstehe ich mich prächtig. Ob andere Hunde, Katzen oder die Tiere auf den Weiden – ich liebe sie alle.
Bei meinem ersten Schaf habe ich mich zwar kurz erschrocken, aber als ich sah, wie voller gute Laune die anderen Hunde die Schafe begrüßten, habe ich mich direkt mitziehen lassen. Das war ein tolles Erlebnis!
Klar, bei manchen fremden Menschen auf der Straße bin ich manchmal noch etwas skeptisch. Dann nehme ich zwar eine unsichere Körperhaltung ein, aber ich belle nicht und ziehe auch nicht an der Leine. Mit ein bisschen liebevoller Führung lasse ich mich problemlos beruhigen und weiterleiten.
Wenn das Vertrauen zu meinen Menschen erst einmal komplett gefestigt ist, würde ich unglaublich gerne Hundesport machen und Tricks lernen.
Meine Pflegeeltern können sich mich dafür in einer typischen Hütehund-Sportart vorstellen, und ich glaube, das wäre genau das Richtige für mich, um meinen Kopf anzustrengen und gemeinsam zu wachsen.
Ich freu mich schon riesig auf die nächsten Abenteuer.
Bis bald, Liam
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